Was ist Akne?
Akne ist mehr als ein kosmetisches Problem. Sie kann das Selbstbewusstsein erheblich beeinträchtigen und psychosozialen Stress auslösen.
Acne vulgaris, die gewöhnliche Akne, ist eine chronisch verlaufende, entzündliche Hauterkrankung mit Pickeln, Komedonen (Mitessern) und Pusteln. Betroffen ist die talgdrüsenreiche Haut im Gesicht und Nacken, manchmal auch an Brust und Rücken. Die Hauterkrankung bricht in aller Regel zwischen dem fünfzehnten und achtzehnten Lebensjahr aus und klingt danach meist wieder spontan ab.
Sonderformen der Akne sind:
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Acne tarda:
Spät-Akne, wenn Symptome auch nach dem 25. Lebensjahr immer noch bestehen oder erstmals auftreten. Das Hautbild der meist weiblichen Betroffenen ist vor allem im unteren Gesichtsbereich durch tiefe, anhaltende Entzündungen geprägt. -
Acne inversa:
Eine Erkrankung des Haarfollikels. Es kommt zur Bildung von Abszessen in den großen Hautfalten z. B. im Achselbereich, der Leisten und / oder der Analregion. -
Acne medicamentosa:
Entsteht durch die Einnahme / Applikation von Medikamenten wie Steroiden, Anabolika (Doping), bestimmten Antibiotika oder gewissen Psychopharmaka.
Ursachen und Risikofaktoren
Akne ist keine Folge mangelnder Hygiene. Mit dem Einsetzen der Pubertät bewirken die sogenannten Androgene eine vermehrte Talgproduktion durch die Talgdrüsen.
Die Hormone bewirken auch eine verstärkte Bildung von Hornmaterial, welches den Ausgang der Talgdrüse verschließen kann. Es entsteht ein geschlossener Komedo (Mitesser), ein Talg-Horn-Pfropf. Durch die weitere Talgproduktion wird dieser größer, bis er schließlich aufplatzt und sich an der Luft schwärzlich verfärbt.
Der nun offene Komedo ist ein idealer Nährboden für Cutibacterium acnes, Bakterien, die zur normalen Hautflora gehören. Sie verstoffwechseln den Talg und bewirken eitrige Entzündungsprozesse, Papeln, Pusteln bis hin zu Knoten und Zysten. Chronische Entzündungen haben meist entstellende Narben zur Folge.
Erbliche Faktoren, klimatische Bedingungen, seelische Belastungen, Rauchen und reichlicher Genuss von Milch und Milchprodukten sowie der Konsum von Kohlenhydraten mit hoher glykämischer Last (z. B. Schokolade, Pommes frites) können die Ausbildung von Akne begünstigen bzw. verschlimmern.
Verlauf und Prognose
Die gewöhnliche Akne beginnt in der Pubertät und verschlechtert sich schubartig, bis sie im frühen Erwachsenenalter allmählich remittiert.
Bei zehn bis vierzig Prozent der Betroffenen bleibt die Akne allerdings weiterhin aktiv oder beginnt erst später. Diese Spät-Akne betrifft hauptsächlich Frauen.
Behandlung
Das Ziel einer Behandlung ist nicht nur, alte Pickel zur Abheilung zu bringen, sondern vielmehr, neue zu verhindern. Applizieren Sie Ihre Therapeutika deshalb auf das gesamte Hautareal und nicht nur dort, wo sich Akne befindet. Erste Erfolge sollten sich frühestens nach drei bis vier Wochen zeigen. In aller Regel muss die Therapie über mehrere Monate hinweg erfolgen.
Benzoylperoxid und Azelainsäure zeigen eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung und können als stand-alone Option bei milden Formen gute Resultate erzielen.
Goldstandard in der Therapie der Akne sind Retinoide, Vitamin-A-Säure-Derivate wie z. B. Adapalen oder Isotretinoin. Diese sind verschreibungspflichtig.
Lokale Antibiotika können bei schweren entzündlichen Akneformen hilfreich sein, sollten aber nur begrenzt eingesetzt werden.
Ist die Entzündung abgeheilt, achten Sie auf Pflegepräparate, die weder irritieren noch zu stark fetten.
Entstellende Narben sind das Resultat einer unzureichend behandelten schweren Form von Akne.
Empfehlung
- Reinigen Sie Ihre Haut mit einem Syndet, einer synthetischen Seife.
- Achten Sie auf nicht komedogene Kosmetika.
- Verzichten Sie weitgehend auf den Verzehr von Schokolade, Pommes frites und Nüsse.
- Begrenzen Sie Ihre Sonnenexposition.

