Historisches
Dem Schweizer Chemiker Paul Karrer (1889 – 1971) gelang 1931 die Aufklärung der Struktur von Vitamin A. Er erhielt hierfür im Jahre 1937 den Nobelpreis. Dem deutschen Dermatologen Günter Stüttgen fiel in seinen Arbeiten in den Sechzigerjahren auf, dass Vitamin A eine besondere Affinität zur Haut hat. Seinem brasilianischen Kollegen Alejandro Cordero verdanken wir die Beobachtung in den Sechzigerjahren, dass die lokale Anwendung von Vitamin A-Säure die Struktur der Haut positiv verbessern kann. Eine placebokontrollierte Doppelblindstudie von John J. Voorhees erbrachte schließlich den Beweis, dass sich die Haut unter Vitamin A und seinen Derivaten regenerieren und verbessern kann.
Definition und Funktion
Vitamin A (Retinol) ist ein lebensnotwendiger Nährstoff, der dem Körper durch die Ernährung zugeführt werden muss, da er diesen selber nicht herstellt. Wir finden ihn im tierischen Organismus v.a. in der Leber, Lebertran und Milchprodukten. Das Vitamin ist notwendig für das Wachstum und die Neubildung / Entwicklung von Zellen und Geweben wie Haut und Schleimhäuten. Außerdem spielt es eine wichtige Rolle beim Sehvorgang im Besonderen beim Hell und Dunkel Sehen.
Retinol ist ein kleines (286 Da) fettlösliches Molekül, das gut in die Hautzellen eindringt und dort über Zwischenschritte zu Vitamin A-Säure bzw. Tretinoin verstoffwechselt wird. Sie fördert den Kollagenaufbau und hemmt die sogenannten Matrix-Metalloproteinasen, Enzyme die das Kollagengerüst angreifen und schwächen.
| Aussage | Wirkung auf die Haut |
|---|---|
| Fördert die Zellerneuerung -Turnover | Beschleunigt die Hauterneuerung und sorgt für frischere Haut |
| Verbessert Hyperpigmentierung | Kann dunkle Flecken und ungleichmäßigen Teint aufhellen |
| Glättet die Hautstruktur | Sorgt für ein ebenmäßigeres und glatteres Hautbild |
| Wirksam bei Akne | Hält Poren frei und wirkt entzündungshemmend |
| Kollagensynthese | Kann feine Linien und Falten reduzieren |
Provitamin A (β-Carotin), kommt in pflanzlichen Nahrungsmitteln v.a. in Karotten, Spinat, Grünkohl und Tomaten vor. β-Carotin gehört zu den sogenannten Carotinoiden. Es kann im Körper in Vitamin A umgewandelt werden. Moderates Kochen verstärkt die Freisetzung der Carotinoide für eine bessere Resorption im Intestinaltrakt. Durch fetthaltige Ernährung kann die Resorption weiter verstärkt werden.
Retinoide, darunter Tretinoin / Isotretinon, Acitretin, Adapalen und Tazaroten sind Substanzen, die dem Retinol (Vitamin A) sehr ähnlich sind. Sie werden zur Behandlung bestimmter Hauterkrankungen entweder in Form einer Tablette oder topisch in Form einer Creme eingesetzt. Setzt man Retinoide systemisch als Tablette ein, sollte die fruchtschädigende Wirkung bei Frauen im gebärfähigem Alter beachtet werden.
Nebenwirkungen
- Eine sogenannte „Erstverschlimmerung“ (mehr Unreinheiten) kann auftreten, ist aber meist vorübergehend.
- Trockenheit, Rötung und Schuppung treten besonders am Anfang auf und sind normal.
- Die Haut wird empfindlicher gegenüber UV-Strahlung.
Wichtige Hinweise
- Langsam beginnen („start low, go slow“): z. B. mit 2–3 mal pro Woche starten.
- Nur vor dem Schlafen abends verwenden, da Retinol lichtempfindlich ist.
- Tagsüber eine Sonnenschutzceme mit einem SPF 30–50 auftragen.

