Historisches
Die beiden Forscher Herbert McLean Evans und Katherine Scott Bishop machten im Jahre 1922 die Beobachtung, dass Ratten bei einer Diät aus Kasein, Maisstärke, Schmalz, Milchfett und Salzen – angereichert mit ausreichenden Mengen an Vitamin A (in Form von Lebertran), Vitamin B (Backhefe) und Vitamin C (Orangensaft), aber ohne bestimmte Pflanzenöle – sich nicht mehr fortpflanzen konnten. Bei Zugabe von zubereitetem Salat war eine Reproduktion wieder möglich. Man nannte den neuen Wirkstoff zunächst „Anti-Sterilitäts-Faktor“.
Die Aufklärung der Struktur von Vitamin E gelang dem Chemiker Erhard Fernholz (1909–1940) im Jahre 1938, der auf einem Spaziergang unter mysteriösen Umständen verschwand. Der chemische Name „Tocopherol“ stammt aus dem Griechischen: „tokos“ bedeutet Geburt und „pherein“ tragen – sinngemäß also „das Gebären ermöglichen“.
Definition und Funktion
Vitamin E ist – ähnlich wie Vitamin C – ein Antioxidans. Anders als Vitamin C ist Vitamin E jedoch ein fettlösliches Molekül und übt seine Funktionen nicht im wässrigen Milieu der Zelle aus, sondern im fetthaltigen Bereich der Zellmembran. Diese besteht hauptsächlich aus Fetten. Vitamin E schützt die Lipide der Zellmembran durch seine antioxidative Wirkung, indem es schädliche Sauerstoffradikale neutralisiert. Ohne diesen Schutz könnten empfindliche Zellmembranen durch oxidativen Stress (Lipidperoxidation) geschädigt werden.
Vitamin E unterstützt zudem den Zusammenhalt und das Zusammenspiel aller Hautkomponenten von Epidermis und Dermis. Darüber hinaus besitzt das Vitamin eine leicht UV-protektive Wirkung im niedrigen einstelligen Bereich. Es kann die UV-induzierte Mutation des p53-Gens in epidermalen Zellen verhindern und bietet somit einen gewissen Schutz vor der Ausbreitung tumoröser Zellen.
Im Gegensatz zu Vitamin A und Vitamin C konnte bislang keine gezielte Wirkung von Vitamin E auf eine bestimmte Struktur der Haut nachgewiesen werden.
Besonders reich an Vitamin E sind:
- Weizenkeime
- Pflanzenöle
- Avocados
- Samen
- Nüsse

